MD-Management beginnt während der Behandlung
Eine fehlende ärztliche Erläuterung lässt sich während des Aufenthalts häufig noch unmittelbar klären. Monate später muss das MD-Team rekonstruieren, weshalb eine Behandlung erforderlich war oder eine Entlassung noch nicht infrage kam. Medicoda unterstützt deshalb bereits die fallbegleitende Arbeit: Die KI zeigt dokumentations- und kodierrelevante Sachverhalte sowie Auffälligkeiten bei der Verweildauer auf. Medizincontrolling und behandelnde Ärzte können diese am noch laufenden Fall besprechen.
Das ist auch für die spätere Bearbeitung eines Gutachtens wichtig. Ist der Grund für die weitere Behandlung in der Akte festgehalten, kann die Erwiderung daran anknüpfen. Medicoda nutzt diesen Fallkontext für medizinische Begründungen, die Bewertung von Beanstandungen und die anschließende Korrespondenz mit der Krankenkasse.
MBEGs automatisch aus der Patientenakte erstellen
Medizinische Begründungen gehören schon vor einem negativen Gutachten zum Abrechnungsalltag. Medicoda erstellt MBEGs automatisch aus den verfügbaren Fallunterlagen. Die Begründung verbindet Befunde und Beschwerden mit den Maßnahmen, die den stationären Behandlungsbedarf erklären. Ihr Team erhält einen fallbezogenen Entwurf zur Prüfung und Freigabe.
Ein anonymisiertes Beispiel aus der Praxis zeigt, wie konkret dieser Text ausfallen kann:
Bei Herrn M.M. machte eine akut schwere, symptomatische Anämie (Hb 4,8-4,9 g/dl) eine stationäre Transfusionstherapie mit endoskopischer Abklärung und Überwachung erforderlich, weil zur Abwendung anämischer Hypoxie sofortige EK-Gaben, i.v. PPI, sedierte ÖGD/Koloskopie mit Nachüberwachung sowie engmaschige Hb- und Vital-Kontrollen notwendig waren (Belastungsdyspnoe; Hb 4,8 g/dl; EK transfundiert; Pantoprazol i.v.; ÖGD+Kolo unter Propofol, Aufwachraum).
Hier werden der schwere Befund, die unmittelbare Therapie und der Überwachungsbedarf zusammengeführt. Wie die einzelnen Unterlagen zur Begründung beitragen und wann MBEGs mitgegeben werden, erläutert die Seite MBEG mit KI erstellen.
Negative MD-Gutachten fachlich beantworten
Ein Gutachten liegt vor und die Krankenkasse will kürzen. Sie ergänzen das Gutachten und die Stellungnahme des Krankenhausarztes im Medicoda-Fallchat. Die angebundene Patientenakte steht bereits als Kontext zur Verfügung. Eine Anfrage wie „Formuliere unsere Erwiderung zur Verweildauerkürzung“ stößt die inhaltliche Bearbeitung an.
Medicoda gleicht die Beanstandung mit dem dokumentierten Verlauf ab, arbeitet die Gegenargumente heraus und formuliert einen Antwortentwurf. Bei der behaupteten früheren Verlegbarkeit können etwa fortbestehende Beschwerden, eine erneut angepasste Therapie und die erforderliche Überwachung zusammen die Argumentation tragen. Die KI führt die Angaben aus den unterschiedlichen Unterlagen zu einer Begründung zusammen.
Der Chat lässt sich gezielt weiterführen: Sie können die Begründung für einen bestimmten Zeitraum ausarbeiten lassen, eine ärztliche Erläuterung ergänzen oder nach der passenden rechtlichen Grundlage fragen. Medicoda bezieht auch einschlägige Rechtsprechung in die Bearbeitung ein.
Was das MD-Team für unterschiedliche Beanstandungen erhält
| Prüffrage | Bearbeitung mit Medicoda |
|---|---|
| War die stationäre Behandlung notwendig? | Aufnahmebefund, Therapie und Überwachung aus der Akte zusammenführen und die medizinischen Gründe für die stationäre Versorgung ausformulieren. |
| Wäre eine frühere Entlassung oder Verlegung möglich gewesen? | Den beanstandeten Zeitraum anhand des Verlaufs auswerten und die Argumentation auf den damaligen Behandlungsbedarf ausrichten. |
| Ist eine Diagnose oder Prozedur zu streichen? | Die Begründung des Gutachtens mit den dokumentierten Befunden und Maßnahmen sowie den einschlägigen Kodierregeln abgleichen und die abweichende Position begründen. |
Eine vollständig ausformulierte Erwiderung und die Antwort auf ein späteres Kürzungsangebot finden Sie im Praxisbeispiel zur Verweildauerkürzung.
Kassenantworten auswerten und die Erörterung vorbereiten
Mit der ersten Erwiderung ist ein strittiger Fall oft noch nicht abgeschlossen. Die Krankenkasse kann eine geringere Kürzung anbieten, an einzelnen Punkten festhalten oder eine Diagnose nun mit einem anderen Kodierhinweis ablehnen. Für die nächste Antwort müssen die neue Begründung und die bereits ausgetauschten Argumente zusammen betrachtet werden.
Sie geben die Kassenantwort in denselben Fallchat. Medicoda bewertet die Gegenargumente im bisherigen Fallkontext und formuliert eine ergänzende Erwiderung. So kann Ihr Team beispielsweise die noch strittigen Behandlungstage begründen und einen zusätzlichen Kodierungseinwand gesondert beantworten. Auch eine Stellungnahme für das Erörterungsverfahren lässt sich auf dieser Grundlage vorbereiten.
Die Recherche in den Behandlungsunterlagen und die Textarbeit müssen dadurch nicht mit jedem neuen Schreiben von vorn beginnen. Im Chat können Sie die weitere Bearbeitung auf den Punkt richten, über den Krankenhaus und Krankenkasse noch uneinig sind.
Die Patientenakte liefert den Fallkontext
Die Archivanbindung ist die Grundlage für die Bearbeitung. Medicoda nutzt die für den Fall angebundenen Unterlagen, etwa Entlassberichte, ärztliche und pflegerische Verlaufsdokumentation, Befunde und Angaben zur Medikation. Welche Dokumente aus Ihrem Haus zur Verfügung stehen, wird bei der Einrichtung der Anbindung festgelegt.
Das ist für die Argumentation entscheidend: Der Entlassbrief fasst den Aufenthalt zusammen, während eine Visite die Therapieänderung an einem strittigen Behandlungstag erklärt. Ein Befundbericht kann eine Diagnose stützen, die im Gutachten angezweifelt wird. Der Fallchat kann diese Informationen bei der Bewertung gemeinsam berücksichtigen.
Das MD-Gutachten, die ärztliche Stellungnahme und weitere Kassenantworten ergänzen Sie für die jeweilige Fragestellung im Chat. Dadurch lässt sich die Position der Gegenseite unmittelbar mit der Behandlungsdokumentation abgleichen.
Weniger Aktenrecherche und Schreibarbeit im MD-Team
Medicoda übernimmt die zeitaufwändige Arbeit zwischen Eingang des Gutachtens und fertigem Antwortentwurf: Unterlagen auswerten, medizinische Argumente zusammensetzen, passende rechtliche Grundlagen einbeziehen und die Stellungnahme formulieren. Ihr Team kann sich mit dem bereits ausgearbeiteten Fall befassen und eine offene medizinische Frage gezielt mit dem behandelnden Arzt klären.
Vor der Freigabe prüft das MD-Team die Aussagen, die Belege und die Anwendbarkeit angeführter Rechtsprechung. Danach verwendet es den Text für den anstehenden Verfahrensschritt. Fachliche Entscheidung, Fristen und Versand bleiben im Ablauf des Krankenhauses verankert. Die Unterschiede zwischen Gutachten, Kassenentscheidung und Erörterung erläutert unser Ratgeber zum negativen MD-Gutachten.
Medicoda MD-Management selbst testen
Gemeinsam stimmen wir Testumfang und Einrichtung für Ihr Haus ab. Sobald Medicoda für den Test eingerichtet ist, kann Ihr Team die Unterstützung im eigenen Arbeitsablauf beurteilen:
- Wie viel Zeit benötigt die fachliche Prüfung gegenüber der bisherigen Aktenrecherche und Texterstellung?
- Wie konkret greifen die Entwürfe die Beanstandungen auf, und welche Ergänzungen sind noch nötig?
- Wie gut lassen sich weitere Kassenargumente im Fallchat bearbeiten?
So beurteilen Sie den Nutzen dort, wo die Arbeit anfällt: bei Ihren MBEGs, Gutachten und Erwiderungen.
Häufige Fragen
Welche Aufgaben übernimmt Medicoda im MD-Management?
Medicoda erstellt MBEGs automatisch, wertet negative MD-Gutachten zusammen mit der Patientenakte und Arztstellungnahme aus und formuliert begründete Erwiderungen. Weitere Kassenantworten können im Fallchat bewertet und beantwortet werden. Die fallbegleitende Kodierung unterstützt außerdem die frühzeitige Klärung von Dokumentationsfragen.
Muss die Patientenakte für jedes Gutachten erneut hochgeladen werden?
Medicoda nutzt die über die Archivanbindung verfügbaren Fallunterlagen als Kontext. Das MD-Gutachten, eine ärztliche Stellungnahme und weitere Kassenantworten ergänzen Sie im Chat. Welche Unterlagen angebunden sind, richtet sich nach der Einrichtung in Ihrem Haus.
Erstellt Medicoda fertige Texte oder nur Hinweise?
Medicoda formuliert MBEGs und begründete Erwiderungen als ausformulierte Entwürfe. Im Fallchat lassen sich einzelne Argumente vertiefen und ärztliche Erläuterungen einbeziehen. Ihr Team prüft den Text vor der Freigabe.
Kann Medicoda auch bei der Erörterung mit der Krankenkasse helfen?
Ja. Der Fallchat bewertet weitere Kassenargumente im bisherigen Fallkontext und formuliert ergänzende Erwiderungen. Damit unterstützt Medicoda auch die inhaltliche Vorbereitung von Stellungnahmen für das Erörterungsverfahren.
Berücksichtigt Medicoda Rechtsprechung?
Ja. Medicoda bezieht einschlägige Rechtsprechung in die Bearbeitung ein. Vor der Freigabe prüft das zuständige Team die Fundstellen und die Übertragbarkeit auf den konkreten Fall.