Was lässt sich am laufenden Fall klären?

Die abweichenden Seitenangaben sind ein vereinfachtes, anonymisiertes Beispiel aus einem fallbezogenen KI-Hinweis. Medicoda zeigt den Widerspruch mit den zugehörigen Aktenstellen. Die behandelnden Ärzte klären die korrekte Seite und berichtigen die Dokumentation nachvollziehbar. Anschließend kann das Kodierteam den Eingriff auf dieser Grundlage kodieren.

Ähnlich entsteht eine Rückfrage, wenn eine Anämie kodiert ist und Befunde auf eine Blutungsquelle hinweisen. Ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht, muss ärztlich geklärt werden. Welche Hauptdiagnose daraus folgt, wird nach Analyse des vollständigen Falls anhand der Kodierrichtlinien beurteilt. Der KI-Hinweis ist der Anlass zur Prüfung; er ersetzt diese Entscheidung nicht.

Nach der Entlassung arbeitet die Abschlusskodierung mit den dann vorliegenden Unterlagen. Fallbegleitung setzt die Klärung früher in Gang: Das Team kann medizinische Sachverhalte besprechen und die Dokumentation erbrachter Leistungen vervollständigen, solange der Aufenthalt noch läuft.

Welche Fälle gehören heute auf die Arbeitsliste?

Eine tägliche Fallbegleitung lässt sich schwer organisieren, wenn dafür jede Akte erneut vollständig gelesen werden muss. Medicoda wertet die Unterlagen aus und priorisiert Fälle mit konkretem Klärungsbedarf:

  • Eine dokumentierte Leistung fehlt in der Kodierung.
  • Zu einem Code fehlt ein Befund oder Leistungsnachweis.
  • OP-Bericht, Befund und Verlauf widersprechen sich.
  • Ein medizinischer Zusammenhang ist noch offen.
  • Ein Behandlungstag oder die Entlassplanung benötigt eine nähere Betrachtung.

Zu jedem Hinweis gehören die relevanten Aktenstellen. Das Medizincontrolling prüft die Frage und ordnet sie der Stelle zu, die sie beantworten kann.

  1. Sichten: priorisierte Fälle und Belege prüfen.
  2. Zuordnen: fehlende Unterlagen nachfordern oder eine medizinische Rückfrage mit der zuständigen Fachabteilung besprechen.
  3. Festhalten: die Klärung und notwendige Dokumentationskorrekturen nachvollziehbar erfassen.
  4. Aktualisieren: Kodierung und offene Punkte nach der Rückmeldung erneut prüfen.

Verweildauer: die einzelnen Behandlungstage betrachten

Ein weiterer anonymisierter KI-Hinweis betrifft eine geplante Entlassung, einen verzögerten Transport und einen später neu entstandenen medizinischen Behandlungsbedarf. Wer nur auf die gesamte Aufenthaltsdauer schaut, übersieht diese unterschiedlichen Phasen.

Medizincontrolling und Ärzteschaft prüfen gemeinsam, welche Behandlung an den jeweiligen Tagen notwendig war und was die Entlassung verhindert hat. Medicoda verweist auf den Verlauf und die dazugehörige Dokumentation. Fehlende Informationen werden zunächst geklärt; aus einem Transportproblem lässt sich keine Aussage über die medizinische Notwendigkeit aller folgenden Tage ableiten.

Mehr zur Verweildauersteuerung und Dokumentation einzelner Behandlungstage

Warum die Abrechnungsprüfung 2027 den Handlungsdruck erhöht

Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt für 2027 höhere Prüfquoten und veränderte Schwellenwerte im beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Damit steigt der Aufwand, den vermeidbare Kodier- und Dokumentationsprobleme nach sich ziehen können.

Mit der Fallbegleitung sollen solche Probleme bereits während des Aufenthalts bearbeitet werden. Ob sich dadurch die Beanstandungsquote, die Zahl der MD-Anfragen und später die Prüfquote eines Hauses verändern, muss über die jeweiligen Zeiträume ausgewertet werden.

Welche Kapazität und welche Ergebnisse daraus entstehen

In eigenen Kundenprojekten beobachtet Medicoda bei Fallbegleitung häufig kodierungsbezogene Mehrerlöse von über 5 %. Hier können Sachverhalte noch zeitnah geklärt werden. Die Angabe enthält keine zusätzlich bewerteten Effekte auf Verweildauer, MD-Anfragen oder unbeanstandete Abrechnungen. Die Ergebnisseite erläutert die Messgrößen und ihre Grenzen.

Für diese Arbeit braucht das Team Zeit. Hunderte offene Abschlusskodierungen binden dieselben Kodierfachkräfte, die sich um laufende Fälle kümmern sollen. Medicoda unterstützt deshalb auch den Abbau des Kodierrückstands. Die KI übernimmt die Aktenauswertung und Vorbereitung; vorhandene Mitarbeitende können sich auf Prüfung und Klärung konzentrieren.

Im täglichen Betrieb zählt anschließend, ob Rückfragen beantwortet werden: Für jede offene Klärung sollte erkennbar sein, wer zuständig ist, welche Information fehlt und wann der Fall erneut betrachtet wird. Der tatsächliche Zeitaufwand zeigt, wie viel Fallbegleitung mit der vorhandenen Besetzung möglich ist.

Weitere Fragen zur Fallbegleitung

Fachliche Grundlage

Für die Codezuordnung gelten die jeweils gültigen Klassifikationen und Kodierrichtlinien. Die Beispiele beschreiben Prüfaufgaben.

InEK: Deutsche Kodierrichtlinien 2026