Was das 500-Fälle-Projekt zeigt

Das Ergebnis beschreibt den Abbau des Kodierrückstands in einem Kundenprojekt. Die beteiligte Klinik bleibt anonym.

Der mögliche Durchsatz im eigenen Haus hängt davon ab, welche Unterlagen verfügbar sind, wie komplex die Fälle sind und welche Prüfung vor der Freigabe vereinbart wird. Deshalb wird im Pilot die gesamte Bearbeitung betrachtet: Aktenauswertung, Kodierprüfung, Rückfragen, Korrekturen und Freigabe.

Den Rückstand nach dem nächsten Arbeitsschritt aufteilen

Eine nach Entlassdatum sortierte Liste zeigt das Alter der offenen Fälle. Sie erklärt aber noch nicht, was ihren Abschluss verhindert. Für die Bearbeitung hilft eine Trennung nach der fehlenden Arbeit:

Arbeitswege nach Klärungsbedarf
AusgangslageBearbeitung mit Medicoda
Unterlagen liegen vor; Kodierung ist offenMedicoda bereitet ICD- und OPS-Kodierung mit Fundstellen vor. Das Kodierteam prüft, korrigiert bei Bedarf und gibt frei.
Befund oder Leistungsnachweis fehltMedicoda zeigt den fehlenden Beleg. Die zuständige Stelle stellt vorhandene Dokumente bereit; danach prüft das Kodierteam erneut.
Medizinischer Sachverhalt oder Dokumentation ist widersprüchlichMedicoda zeigt die offene Frage mit Aktenstellen. Die Ärzteschaft klärt den Sachverhalt und hält notwendige Dokumentationskorrekturen fest.

Medicoda entlastet das Team bei der Recherche und Vorbereitung. Wo Informationen fehlen, bleibt eine konkrete Rückfrage. Diese Fälle brauchen einen Verantwortlichen und dürfen nicht immer wieder ohne neue Erkenntnis geprüft werden.

Zwei fehlende Angaben, zwei unterschiedliche Aufgaben

Die folgenden Beispiele sind vereinfachte, anonymisierte Fälle aus KI-Hinweisen. Ob eine Kodierungsänderung berechtigt ist, wird anhand der Akte fachlich geprüft.

Die Operation ist dokumentiert, der OPS fehlt

Ein urologischer OP-Bericht beschreibt einen durchgeführten Eingriff, der in der bisherigen Kodierung fehlt. Das Kodierteam prüft den finalen Bericht und ergänzt den OPS, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Hier lässt sich direkt an vorhandener Dokumentation arbeiten.

Die Diagnose ist kodiert, der entscheidende Befund fehlt

Bei einem anderen Fall ist eine Diagnose bereits kodiert, doch der erwartete Untersuchungsbefund liegt in den verfügbaren Unterlagen nicht vor. Zunächst muss geklärt werden, ob er an anderer Stelle vorhanden ist. Je nach Ergebnis wird der Beleg ergänzt oder Diagnose und Kodierung werden überprüft.

Neue Entlassungen in der Kapazitätsplanung mitführen

Während das Team Altlasten bearbeitet, entstehen neue Abschlusskodierungen. Verfolgen Sie deshalb täglich die Zugänge, die abgeschlossenen Fälle und die Fälle mit offenen Rückfragen. Nur wenn mehr Fälle abgeschlossen werden als hinzukommen, sinkt der Rückstand.

Für die Fallbegleitung braucht es anschließend verlässlich verfügbare Zeit. Der Rückstandsabbau schafft dafür die Voraussetzung: Die Kodierfachkräfte können sich um Dokumentationsfragen und Verweildauer der aktuell liegenden Fälle kümmern.

Ein Pilot sollte daher neben der bearbeiteten Fallzahl auch zeigen, wie viel Prüfzeit benötigt wurde und wie viele Fälle wegen einer unbeantworteten Rückfrage offen bleiben. Daraus lässt sich die Kapazität für neue Fälle und laufende Fallbegleitung planen.

KI, zusätzliche Kodierkräfte oder externe Kodierung?

Welche Maßnahme hilft, hängt von der Ursache des Rückstands ab. Zusätzliche oder externe Kodierkräfte bringen Bearbeitungskapazität; Medicoda übernimmt Aktenauswertung und Kodierungsvorbereitung und unterstützt das vorhandene Team. Beide Wege können kombiniert werden.

Vergleichen Sie die Zeit bis zum Einsatz, Einführung und Einarbeitung, den verbleibenden Prüfaufwand sowie den Preis für den vereinbarten Umfang. Wenn vor allem medizinische Rückfragen oder fehlende Befunde den Abschluss blockieren, müssen Zuständigkeiten und Dokumentenzugang verbessert werden. Mehr Bearbeitungskapazität allein beantwortet diese Fragen nicht.

Für die Messung wird vorab festgelegt, wann ein Fall als abgeschlossen zählt: etwa nach fachlicher Kodierfreigabe oder erst nach Übergabe an die Abrechnung. Diese Größen werden getrennt gezählt. Das 500-Fälle-Projekt belegt Rückstandsabbau; eine Anzahl versandter Rechnungen oder Zahlungseingänge ist damit nicht angegeben.

Kodierung und Ergebnisse vertiefen

Fachliche Grundlage

Für die Codezuordnung gelten die jeweils gültigen Klassifikationen und Kodierrichtlinien. Die Beispiele beschreiben Prüfaufgaben.

InEK: Deutsche Kodierrichtlinien 2026