Warum Akzeptanz und Kodierübereinstimmung verschiedene Fragen beantworten
Der Vergleich einzelner Codes beantwortet die Frage, wie oft Mensch und KI zum gleichen Ergebnis kommen. Er entscheidet nicht, welche Kodierung fachlich richtig ist. Auch die menschliche Ausgangskodierung kann einen Fehler oder eine fehlende Leistung enthalten.
Im Medicoda-Abgleich bewerteten Kodierfachkräfte deshalb die Gesamtkodierung für denselben Fall. Unterschiede müssen anhand der Akte und der Kodierregeln beurteilt werden: Eine Abweichung kann eine Korrektur sein, ist aber nicht automatisch die bessere Kodierung.
Die 98 % sind eine Akzeptanzrate für vollständige Fallkodierungen ohne vorherige Bearbeitung. Daraus lassen sich weder 98 % fehlerfreie Einzelcodes noch identische DRGs oder ein Anteil autonom freigegebener Fälle ableiten.
Welche Fälle in den Vergleich eingingen
MedMatic hat menschliche Kodierung und Medicoda-Kodierung bei mehr als 10.000 Fällen aus unterschiedlichen Fachrichtungen fallweise gegenübergestellt. Die Fälle stammen aus einer Fachklinik und zwei Akutkliniken. Die Häuser bleiben anonym.
Die Auswahl der Fälle erfolgte anhand eines festgelegten Zeitraums. Die Fallzahl bezeichnet den Umfang dieser eigenen Praxisbewertung, keine Trainingsdatenmenge.
So wurde die Akzeptanz bewertet
- Vergleich
- Menschliche Kodierung und Medicoda-Kodierung wurden für dieselben Fälle 1:1 gegenübergestellt.
- Prüfung
- Kodierfachkräfte bewerteten die vollständige Gesamtkodierung. Die KI-Kodierung konnte vor der Akzeptanz nicht bearbeitet werden.
- Ergebnis
- 98 % der Gesamtkodierungen wurden akzeptiert.
- Quelle
- Eigene Auswertung von MedMatic; Angabenstand Oktober 2026.
Erlösergebnisse hängen vom Einsatzzeitpunkt ab
Nach Fallabschluss kann eine Neukodierung die bereits vorhandene Dokumentation auswerten. Bei Fallbegleitung lassen sich medizinische Sachverhalte und fehlende Nachweise noch während des Aufenthalts klären. MedMatic beobachtet in diesen Einsatzsituationen folgende kodierungsbezogene Mehrerlöse:
| Einsatz | Beobachteter Mehrerlös | Ausgangslage |
|---|---|---|
| Neukodierung abgeschlossener Fälle | 1,5 bis 4 % | Bereits vorhandene Dokumentation nach Fallabschluss |
| Fallbegleitung | Häufig über 5 % | Zeitnahe Klärung medizinischer Sachverhalte und Dokumentation während des Aufenthalts |
Die Angaben stammen aus unterschiedlichen Projekten und Einsatzsituationen. Sie bilden keinen direkten Vergleich zweier gleich zusammengesetzter Gruppen und weisen keine Zahlungseingänge aus.
Zusätzliche mögliche Effekte auf Verweildauer, Bearbeitungsaufwand, MD-Anfragen und den Anteil unbeanstandeter Abrechnungen sind in diesen Mehrerlösangaben nicht enthalten.
Wie Ihr Haus die Ergebnisse im Pilot bewertet
Vor Beginn werden Fallauswahl, Zeitraum und Bewertungsregeln festgelegt. Für einen vergleichbaren Akzeptanzmaßstab wird zunächst der unveränderte KI-Vorschlag bewertet. Anschließend lassen sich nötige Korrekturen und die dafür benötigte Zeit separat erfassen. Vier Auswertungen sollten getrennt bleiben:
- Fachliche Bewertung: Welche Kodierungen werden akzeptiert, welche Korrekturen sind nötig und welche Hinweise werden bestätigt?
- Arbeitsaufwand: Wie viel Zeit benötigt das Team einschließlich Prüfung, Rückfragen, Korrektur und Freigabe?
- Erlös: Gegenüber welcher Ausgangskodierung wird gerechnet, und welche Änderungen bleiben nach Prüfung und Abrechnung bestehen?
- Fallbegleitung: Welche offenen Fragen können während des Aufenthalts geklärt werden, und wie entwickeln sich Verweildauer und Beanstandungen über den vereinbarten Zeitraum?
So lässt sich entscheiden, welche Fallbearbeitung Medicoda im eigenen Haus übernehmen kann und welche Aufgaben beim Team bleiben. Eine hohe Akzeptanz allein beantwortet die Frage nach der eingesparten Arbeitszeit noch nicht.
